„Ein kleiner Beitrag, damit es auf der Erde schöner wird. Oder zumindest nicht hässlicher.“

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„Vordergründig betrachtet gleicht die Tätigkeit des Restaurierens der humanen Heilkunde, die vergebens bemüht ist, den Tod des Patienten in die Ewigkeit zu verlegen“, schreibt Erika Thümmel über ihre Arbeit, die sie nunmehr seit 30 Jahren beschäftigt. Ein Jubiläum, das sie mitten in der historischen Altstadt mit Familie, Freund/innen, Nachbar/innen und Kund/innen feiert. In einem mehr als 200 Jahre alten Haus im Jakominiviertel, wo sie vor einigen Jahren Wohnung und Atelier übersiedelt hat, um  – wie seit Jahrhunderten in dieser Gegend -, Wohnort und Wirtschaftsstandort unter einem Dach zu verbinden.  

Ihre Arbeit soll die Welt etwas schöner machen. Was sie unter Schönheit versteht? „Die Schönheit der Erkenntnis durch historische Tiefe und kulturelle Vielfalt“, meint sie.Schönheit verlange handwerklich sorgfältiges Arbeiten, praktikable Lösungen, Ressourcenschonung, soziale Verantwortung und gutes Design.

 

Woran die Restauratorinnen jeweils arbeiten ist an den oft übergroßen Objekten zu sehen, die die Auslagen der Werkstatt in der Jakoministraße ausfüllen. Manche sind aus Stein, vieles aus Holz und die restaurierten Stücke, die im Laufe der Jahre nach behutsamer und kundiger Behandlung das Haus wieder verlassen haben, zählen zu den wichtigsten Kunstschätzen des Landes:  Gemälde und Rahmen, Skulpturen,  und Altäre vieler steirischer Kirchen und Klöster darunter Mariazell, Rein etc.

Viele steirische Kreative kennen Erika Thümmel als Lehrende an der FH-Joanneum, wo sie in der Studienrichtung Informationsdesign sowie Ausstellung- und Museumsdesign unterrichtet. Dabei profitieren die Studierenden sowohl vom theoretischen Background ihrer Mentorin, als auch von den praktischen Erfahrungen bei zahlreichen Ausstellungen und Installationen, für deren Gestaltung Erika Thümmel in den letzten Jahrzehnten verantwortlich zeichnete.

Und Feministinnen schätzen Erika Thümmel seit der Gründung der legendären Grazer Frauenzeitung „Eva & Co“ als Künstlerin, der bis heute daran gelegen ist, Positionen aus der weiblichen Perspektive zu beleuchten.

Das Jakominiviertel gratuliert zu drei gelungen Jahrzehnten und wünscht für das nächste alles Gute!

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