Quartiersidentität im Grazer Jakominiviertel

Marlies Bodinger und Kerstin Singer haben 2013 ihre Masterarbeit der Studienrichtung Soziologie an der Karl-Franzens-Universität Graz über das Jakominiviertel geschrieben.

Es folgt ein Auszug aus der Einleitung:

„Diese Masterarbeit ist ein Versuch herauszufinden, ob das Jakominiviertel in der Grazer Innenstadt über eine Quartiersidentität bzw. -mentalität verfügt und ob man in Folge dessen von einem Viertel oder „Quartier“ angrenzend an den Jakominiplatz sprechen kann. Darüber hinaus soll festgestellt werden, welchen Einfluss ein von der Stadt Graz initiiertes Projekt zur Wiederbelebung der beiden Straßen auf die Entwicklung der Quartiersidentität hätte.

Das Pilotprojekt Jakominiviertel, welches 2009 von der Steuerungsgruppe, bestehend aus der Wirtschafts- und Tourismusabteilung der Stadt Graz, dem Citymanagement und der Creative Industries Styria (CIS), konzipiert wurde, gab den Anreiz für die Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit. Diese hat versucht, im Bereich der Jakoministraße und dem oberen Teil der Klosterwiesgasse ein Quartier, das den Namen Jakominiviertel trägt, zu etablieren. Name sowie Viertelgrenzen wurden von der Steuerungsgruppe festgesetzt. Ziel des dreijährigen Pilotprojekts war die Belebung und Aufwertung dieser Gegend mittels Ansiedelung von kreativen Wirtschaftstreibenden. Als wir im Jahr 2010 von diesem Projekt erfahren haben, hat sich uns die Frage gestellt, ob tatsächlich ein Jakominiviertel existiert. Wir hatten bereits vom Lendviertel oder Mariahilferviertel in Graz gehört, in welchem sich eine kreative Szene etabliert hat, aber von einem Jakominiviertel hatten wir bis dahin – abgesehen von der „roten Laufbahn“ – kaum etwas wahrgenommen. Mit den ersten Informationen über das Pilotprojekt war schließlich unser Interesse geweckt und wir begannen mit den Recherchen, um mehr über das durch die „rote Laufbahn“ begrenzte Gebiet sowie Maßnahmen, Ziele und Akteure des Projekts herauszufinden. Am Beginn unserer Untersuchung standen die Begehung des „Viertels“, sowie erste Gespräche mit VertreterInnen der Steuerungsgruppe. Es wurde bald klar, dass die Frage nach der Quartiersmentalität im Jakominiviertel nur unter Einbeziehung der unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten und Betroffenen beantwortet werden konnte. BewohnerInnen, HauseigentümerInnen, Gewerbetreibende, PassantInnen und ExpertInnen gewähren unterschiedliche Einsichten in das Quartiersverständnis und fordern eine multiperspektivistische Herangehensweise an diese Problematik.“

Interessiert? Hier geht’s zur gesamten Arbeit!

 

 

 

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